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<title>Rappoltstein</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Rappoltstein</span></h1>
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<p>Der Name <b>Rappoltstein</b> bezeichnet ein historisches Herrschaftsgebiet des <a href="Heiliges_R%C3%B6misches_Reich" title="Heiliges Römisches Reich">Heiligen Römischen Reichs</a> um die <a href="Burg" title="Burg">Burgen</a> <a href="Burg_Hohrappoltstein" title="Burg Hohrappoltstein">Hohrappoltstein</a>, <a href="Burg_Girsberg" title="Burg Girsberg">Girsberg</a> und <a href="Ulrichsburg" title="Ulrichsburg">Ulrichsburg</a> im Gebiet um <a href="Ribeauvill%C3%A9" title="Ribeauvillé">Ribeauvillé</a> (dt. <i>Rappoltsweiler</i>) im <a href="Elsass" title="Elsass">Elsass</a>. Die seit 1680/81 unter französischer Souveränität stehende <a href="Herrschaft_(Territorium)" title="Herrschaft (Territorium)">Herrschaft</a> verlor die vertraglich garantierten quasi-<a href="Landesherr" title="Landesherr">landesherrlichen</a> Rechte mit der <a href="Franz%C3%B6sische_Revolution" title="Französische Revolution">Französischen Revolution</a> 1789. Landesherren waren die <a href="Rappoltstein_(Adelsgeschlecht)" title="Rappoltstein (Adelsgeschlecht)">Herren zu Rappoltstein</a>. Nach diesen ist auch die Kölner Studentenverbindung K.D.St.V. Rappoltstein (Straßburg) benannt. Seit 1783 ist <i>Graf von Rappoltstein</i> ein Anspruchstitel der <a href="Waldeck#Fürsten_zu_Waldeck_und_Pyrmont" title="Waldeck">Fürsten von Waldeck und Pyrmont</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Der Ort Ribeauvillé wird erstmals <a href="759" title="759">759</a> als <i>Ratbaldouilare</i> erwähnt; weitere Nennungen sind <i>Ratbertouillare</i> (768), <i>Ratpoldesuilare</i> (896) und <i>Rapolswilre</i> (1162). Seit 1038 sind die Herren zu Rappoltstein urkundlich fassbar. Nach deren Aussterben 1673 fiel die Herrschaft Rappoltstein <i>(Ribeaupierre)</i> und mit ihr die Stadt an die Wittelsbacher Linie <a href="Pfalz-Birkenfeld" class="mw-redirect" title="Pfalz-Birkenfeld">Pfalz-Birkenfeld</a>, ab 1734 <a href="Pfalz-Zweibr%C3%BCcken" title="Pfalz-Zweibrücken">Pfalz-Birkenfeld-Zweibrücken</a>. Ab 1680/81 stand die Herrschaft Rappoltstein unter der Souveränität Frankreichs, jedoch wurde die französische Verwaltung erst im Zuge der Auflösung der Feudalherrschaften durch Beschluss der <a href="Nationalversammlung_(Frankreich)" title="Nationalversammlung (Frankreich)">Französischen Nationalversammlung</a> vom 4. August 1789 eingeführt. Dies wurde 1801 auch völkerrechtlich sanktioniert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geografische_Eingrenzung">Geografische Eingrenzung</h2></div>
<p>Bis um das Jahr 1300 kann Rappoltstein auf die Stadt Rappoltsweiler, als Mittelpunkt eines Bannbezirks, in dem zugleich Hoch- und Niedergericht ausgeübt wurden, zusammen mit den drei Rappoltsteiner Burgen, sowie die <a href="Burg_Hohnack" title="Burg Hohnack">Burg Hohnack</a>, <a href="Burg_Gu%C3%A9mar" title="Burg Guémar">Burg Gemar</a>, die <a href="Burg_Gutenburg_(Elsass)" title="Burg Gutenburg (Elsass)">Gutenburg</a> und die Ortschaften <a href="Wihr-au-Val" title="Wihr-au-Val">Weier-im-Tal</a> und <a href="Houssen" title="Houssen">Hausen</a> eingegrenzt werden. Dieses Gebiet gilt als das Kerngebiet der Rappoltsteiner. Nach 1300 kamen noch weitere Ortschaften hinzu, die dann nicht mehr zum Kerngebiet gezählt wurden.
</p><p>Es war damals üblich, Eigenbesitz an weltliche oder geistliche Herren zu übertragen, um diesen dann als <a href="Lehnswesen" title="Lehnswesen">Lehen</a> zurückzuerhalten. Deshalb kann heute keine eindeutige Feststellung darüber getroffen werden, ob Teile der oben genannten Lehen ursprünglich oder zwischenzeitlich Rappoltsteiner Eigenbesitz waren. Festzuhalten ist, dass sich die Herrschaft der Herren zu Rappoltstein aus <a href="Hoheit_(Staatsrecht)" title="Hoheit (Staatsrecht)">hoheitlichen</a> und nicht aus <a href="Grundherrschaft" title="Grundherrschaft">grundherrlichen</a> Rechten herleitete, obwohl sich im Laufe der Jahrhunderte ein sehr bedeutendes Grundeigentum der Rappoltsteiner herausgebildete.
</p><p>Siehe auch: Das <a href="Pfeiferrecht" title="Pfeiferrecht">Pfeiferrecht</a>, ein kaiserliches Lehen der Herren zu Rappoltstein.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Besitztümer"><span id="Besitzt.C3.BCmer"></span>Besitztümer</h2></div>
<p>Die Rappoltsteiner Herrschaft setzte sich aus einer Vielzahl von Lehen zusammen, die zusammen das Herrschaftsgebiet Rappoltstein bildeten. Im Eigenbesitz der Herren zu Rappoltstein war ursprünglich wohl nur eine Hälfte von Rappoltsweiler. Lehnsherren im Kernland waren im Einzelnen
</p>
<ul><li>das <a href="Bistum_Basel" title="Bistum Basel">Bistum Basel</a> für eine Hälfte von Rappoltsweiler, die Burg Hohrappoltstein und die Ulrichsburg, Weier-im-Tal u. a.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>das <a href="Luxemburg" title="Luxemburg">Herzogtum Luxemburg</a> für die Burg Girsberg</li>
<li>das <a href="Erzbistum_Stra%C3%9Fburg" title="Erzbistum Straßburg">Bistum Straßburg</a> für die Burg Gemar u. a.</li>
<li>das <a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Herzogtum Österreich</a> für die <a href="Burg_Hohnack" title="Burg Hohnack">Burg Hohnack</a> (franz. <i>Château du Hohnack</i>), die Judenburg u. a.</li>
<li>Hausen war Reichslehen</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Rappoltsteiner_Burgen">Die Rappoltsteiner Burgen</h2></div>
<p>In der <a href="Topographia_Germaniae#Die_bekanntesten_Bände" title="Topographia Germaniae"><i>Topographia Alsatiae</i></a> von <a href="Matth%C3%A4us_Merian" title="Matthäus Merian">Matthäus Merian</a> heißt es:<br>
„Drey Schlösser auf einem Berg, Drey Kirchen auf einem Kirchhoff, Drei Städte in einem Thal, Drey Offen in einem Sahl, Ist das ganze Elsass überal.“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die drei Rappoltsteiner Burgen sind sehr bekannt und wurden auf vielen Abbildungen veröffentlicht. Bei <a href="Bodo_Ebhardt" title="Bodo Ebhardt">Bodo Ebhardt</a> heißt es: Sie „verdienten die allgemeine Aufmerksamkeit, welche sie gefunden haben, nicht nur ihres meisterhaften Aufbaues halber, sondern vor allem auch wegen des Reichtums ihrer Geschichte und des hohen Alters, auf welches das Geschlecht ihrer Besitzer, der Rappoltsteiner, zurückblicken konnte.“<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eng verknüpft sind die drei Burgen mit der Geschichte des Elsass. Sie waren es, die Merian Veranlassung gaben zur Zitierung des eingangs erwähnten Sprichwortes. Hier hat das Geschlecht derer von Rappoltstein, die in weiblicher Linie Vorfahren der <a href="Hohenzollern" title="Hohenzollern">Hohenzollern</a> geworden sind,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bis 1673 gewohnt. Bemerkenswert ist, dass zwischen den Herren der drei Burgen Hohrappoltstein, Ulrichsburg und Girsberg oft Streit und <a href="Fehde" title="Fehde">Fehde</a> bestanden. So wurde zum Beispiel die Burg Girsberg 1422 von den Rappoltsteinern erobert, wobei Hans von Girsberg, der letzte seines Geschlechts und Rappoltsteiner Lehnsmann, von einem Rappoltsteiner erschlagen wurde.
</p>
<ul><li>Die nördliche, auf der Bergspitze gelegene Burg ist Hohrappoltstein (642 Meter über NN)</li>
<li>Die mittlere, Girsberg (528 Meter über NN)</li>
<li>Die südliche, die Ulrichsburg (530 Meter über NN)</li></ul>
<p>Noch 1904 hieß es: „Bilden die beiden anderen Ruinen wüste, aber höchst malerische Trümmerhaufen, so bietet die Ulrichsburg eine reiche Quelle der künstlerischen Sprache des Burgenbaus.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Alle drei Burgen sind heute <a href="Ruine" title="Ruine">Ruinen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Friedrich J. Ortwein (Hrsg.): <i>Rappoltstein. 1905–2005.</i> Locher, Köln 2005, ISBN 3-930054-50-7, S. 636–640 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://friedrich.ortwein-koeln.de/RAP/CHRONIK_1080S.pdf">Digitalisat</a>; 138,3 MB).</li>
<li><a href="Karl_Albrecht_(Historiker)" title="Karl Albrecht (Historiker)">Karl Albrecht</a>: <i>Rappoltsteinisches Urkundenbuch 759 – 1500</i>, Barthsche Buchhandlung, Colmar im Elsass, 1891–1898.
<ul><li>Band I: <i>759 – 1363</i> (770 Urkunden), Colmar 1891 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k94010463.r=.langDE">online</a>).</li>
<li>Band II: <i>1364 – 1408</i> (770 Urkunden), Colmar 1892 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k9401047h.r=.langDE">online</a>).</li>
<li>Band III: <i>1409 – 1442</i> (1179 Urkunden, Briefe und Nachrichten aus der Zeit vom 5. Februar 1409 bis 29. Dezember 1442, außerdem 21 Nachträge aus den Jahren 1332–1407 oder auch aus unbestimmter Zeit), Colmar 1894 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=wGoPAAAAYAAJ&printsec=frontcover">online</a>).</li>
<li>Band IV: <i>1443–1472</i>, Colmar 1896 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k9400689m.r=.langDE">online</a>).</li>
<li>Band V: <i>1473–1500</i> (1602 Urkunden und Nachrichten), Colmar 1898 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k94006908.r=.langDE">online</a>).</li></ul></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen_und_Einzelnachweise">Anmerkungen und Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">1291 und nochmals 1379 beansprucht der <a href="Bischof_von_Bamberg" class="mw-redirect" title="Bischof von Bamberg">Bischof von Bamberg</a> die Lehnsherrschaft über diese Lehen. Worauf dieser Anspruch beruht, ist nicht erkennbar. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der <a href="Bischof_von_Basel" class="mw-redirect" title="Bischof von Basel">Bischof von Basel</a> ab 1084 (1162) bis zur Französischen Revolution Lehnsherr war.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"> Matthäus Merian in <i>Topographia Alsatiae</i>, 1663</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Bodo Ebhardt: <i>Die drei Rappoltsteiner Schlösser</i>. In: <i>Deutsche Burgen.</i> Band 1. Berlin 1899, S. 292.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Friedrich Ortwein: <i>Die Erb- und Stammfolge der Herren von Rappoltstein.</i> Maschinenschriftliches Manuskript, Hannover 1999.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Bodo Ebhardt: <i>Die Burgen des Elsaß.</i> Vortrag in Anwesenheit S. M. Kaiser Wilhelm II. vor der Versammlung der Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen in Straßburg am 26. Februar 1904. Berlin 1904.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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